Nordbayrisch |
||||
|
Im Nordbayrischen treten die für die oberdeutschen Sprachen so typischen Diphtonge, wie "ia/ie" oder "ua/ue", die aus dem Mittelhochdeutschen erhalten geblieben sind (mhd. "ie" bzw. "uo") in der Form "ei", bzw "ou" auf.
Die Abfolge der Laute scheint vertauscht, daher die Bezeichnung "gestürzte Zwielaute".
Die Herkunft dieser Eigenart ist sehr umstritten. Die drei wichtigsten Theorien sind:
Direkte Umkehrung der mittelhochdeutschen Diphtonge
Zunächst Monophtongierung (wie im nördlich angrenzenden Oberfränkischen), dann eingeständige Verzwielautung
Eigenständige Entwicklung der oberpfälzer Sprache.
Das Nordbairische wäre in diesem Fall nicht als bairischer Dialekt anzusehen
Weitgehende Konsonantenschwächung.
Vokalisierung des "r."
"Verdickung" des "l" (ähnlich wie im Englischen).
Zum Beispiel:
"Wan d mouda kochd, na brülln d kei im schdoll." kehrt zum "Wenn die Mutter kocht, dann brüllen die Kühe im Stall."
" Mei' brouda, da Bäda, is a bäisa bou." kehrt zum "Mein Bruder, der Peter, ist ein böser Bub."
|